Review zu Hearts of Iron IV

Review zu Hearts of Iron IV

Das dunkelste und wohl spektakulärste Kapitel der Menschheit dessen Ablauf und Ende wir vollkommen frei bestimmen können. Kann Hearts of Iron IV den 2. Weltkrieg in seinem Verlauf gut darstellen und uns wirklich so viel Spielraum lassen das Ausgang und Verlauf verändert werden können? Die Review bringt Licht ins Dunkel!

Review zu Hearts of Iron IV

Genre: Echtzeitstrategie Plattformen: PC (Windows, Linux, Mac)
Erscheinungsdatum: 06.06.2016     Review Veröffentlicht: 28.07.2020
Entwickler: Paradox Development Studio  Publisher: Paradox Interactive

Inhalt:

  1. Einleitung
  2. Spielmechanik
  3. Grafik
  4. Story
  5. Systemanforderungen
  6. Erweiterbarkeit
  7. Support / Zugänglichkeit
  8. Fazit

Einleitung

1933 - Europa steht vor einer großen Veränderung. Die nächsten Jahre werden die Welt verändern. In Hearts of Iron IV widmen wir uns genau dieser Zeit und haben die Möglichkeit es genau so, anders oder besser zu machen. Gelingt der Spagat zwischen Geschichte und freier Entscheidung?

Spielmechanik

Zu Beginn stürzen wir uns ins Tutorial, welches ... nun ja ... bescheiden gut geraten ist. Es werden flache Texte ohne große Erklärung angezeigt und man lässt uns etwas im Regen stehen. Hier wäre ein Vollvertontes angemessenes Tutorial besser und würde den Einstieg vereinfachen (-0,5).

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Starten wir eine neue Kampagne, erschließen sich viele Dinge schnell. Leider nicht alles, was schnell zu Frustration führt. Insgesamt sind Menüs unübersichtlich und übermäßig mit Informationen bestückt (-0,2). Hier hätte man einiges Verbessern können. 

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Sobald wir die Feinheiten verstanden haben, bietet sich uns ein interessantes Schauspiel in dem wir die Führung eines Staates übernehmen. Hierbei lässt uns Hearts of Iron IV die Freiheit der Entwicklung unserer Nation. Wir können die Geschichte wiederholen oder es besser machen. So können wir das Deutsche Reich zu einem kommunistischen Staat umwandeln oder eine Allianz mit den USA schmieden. Alternativ können wir auch die Geschichte nachspielen.

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Dabei reagiert das Spiel abhängig von der Einstellung entweder nach historischen Rahmenbedingungen oder eigenen Entscheidungen aus der Situation heraus. Dadurch entstehen sehr interessante Situationen welche uns immer wieder vor Herausforderungen stellen.

Die Schlachten sind eine Wissenschaft für sich. So definieren wir Fronten, an denen die KI selbstständig vorrückt oder sich zurückzieht. Auch defensive Haltungen sind möglich. Ziehen wir die Front jedoch zu groß, kommt unsere KI durcheinander. Insgesamt wirkt die KI unserer Generäle sehr unterbelichtet und gibt uns schnell zu verstehen, das wir lieber selber Hand anlegen sollten oder der KI nur kleine Fronten zuweisen dürfen. (-0,2)

Wer in der Zeit fortschreitet und dabei den 2. Weltkrieg losgetreten hat, wird schnell das Problem der Deutschen haben. An mehreren Fronten zu kämpfen ist zehrend und sehr anstrengend. So müssen wir für Nachschub und neue Truppen sorgen, um auch mehr als einen Angriff zu überstehen. Hier zeigt HoI4 seine Stärken und lässt uns die Produktion wichtiger Güter, die Einheiten Rekrutierung und Truppenbewegungen übernehmen. Ebenso gehört der Ausbau wichtiger Strukturen zu unseren Aufgaben. Bunker, Fabriken Luftabwehrgeschütze und Raketenbasen müssen gut überlegt platziert werden, um das Maximum aus unserer Nation zu holen.

Gewinnen wir einen Krieg, wird auf der Friedenskonferenz der Anteil der Siegermächte an den neuen Ländereien verhandelt. Auch ist es durch die umfangreiche Diplomatie möglich in anderen Ländern seine eigene Ideologie zu platzieren oder sogar einen Staatsstreich zu organisieren.

Landgefechte sind nicht die einzigen Gefechte in HoI4. So spielt sich der Krieg auch in der Luft oder auf dem Meer ab. Um hier zu bestehen, lassen wir Militärfabriken Schiffe, U-Boote und Flugzeuge herstellen. Geht uns alles zu schnell, können wir jederzeit das Spiel pausieren und in Ruhe planen. Hier zeigt sich die Stärke des Echtzeitstrategiespiels, in dem es keine Rundenweise Züge gibt.

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So wählte ich zum Test das Deutsche Reich und versuchte mich soweit an einige Randbedingungen zu halten. So etablierte ich weiter den Faschismus und versuchte alle anderen politischen Parteien zu verbieten. Kaum folgte das Volk, wird die Waffenindustrie ausgebaut und alles für den Einmarsch in Polen vorbereitet. Neben den historischen Randpunkten versuchte ich, auch anhand der Möglichkeiten im Spiel Dinge anders zu machen. Unter anderem zog mich das faschistische Spanien in den Krieg mit der Sowjetunion wodurch der zwei Fronten Krieg relativ schnell fahrt aufnahm. Hier zeigte sich HoI4 von einer guten Seite, auch wenn oft die Übersichtlichkeit leidet. 

Ist der Krieg erst mal im Gang, geht es schnell um technologischen Fortschritt und militärische Überlegenheit. Diese erlangen wir jedoch nur durch den Ausbau unserer Infrastrukturen. So errichten wir in neu erbeuteten Gebieten unsere Infrastrukturen und versuchen Widerstände im Keim zu ersticken. Neben den vorher genannten Aufgaben müssen wir Allianzen schmieden und unsere Feinde durch geschickte Diplomatie um den Finger wickeln oder provozieren. Für einen Krieg müssen wir jedoch zuerst ein Kriegsziel definieren. Dies ist die Grundlage für eine Kriegserklärung. Am Beispiel von Polen, handelt es sich um die Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Rest der Nation.

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So erobern wir nach und nach die gesamte Welt. Gewinnen können wir nicht immer und müssen daher auch mit Rückschlägen fertig werden. Hierbei zeigt HoI4 seinen Realismus und spielt seine Karten sehr gut aus. Besonders das Entstehen neuer Fraktionen bringt oft eine neue Wendung ins Spiel. Einmal nicht aufgepasst zieht uns einer unserer Verbündeten in einen Krieg und wir müssen gegen eine weitere Front von Gegnern antreten. Doch helfen uns freundlich oder neutral gesinnte Fraktionen mit wichtigen Rohstoffen aus, um unsere Rüstungsindustrie weiter am Leben zu erhalten.

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Auch wenn es einige Zeit benötigt, bis man alles verstanden hat, bleibt der Spielspaß aufgrund der ständig neuen Herausforderungen gut erhalten. So war ich beim Versuch die Welt zu erobern, schnell auf starke Gegenwehr gestoßen und hatte eine Weile zu kämpfen. Je größer die Nation wird, umso schwieriger ist es die langen Grenzen zu verteidigen und seine militärische Macht auf einige Punkte zu konzentrieren. Wer es gerne übersichtlich mag, erleidet hier wohl einen Anfall. Dies ist jedoch kein negativer Punkt da sich hier erneut der Realismus abzeichnet.

Note: 1,9

Grafik

Die Grafik ist einem Echtzeitstrategiespiel mit Fokus auf die gesamte Welt und einer großen Übersicht würdig. Doch könnte man mehr aus den Effekten machen (-0,2). Trotzdem ist wenig Platz für Verbesserungen da die Klausewitz-Engine in Übersichtlichkeit und Aufmachung eine gute Arbeit leistet. Die meisten Animationen sind liebevoll animiert und der dynamische Wechsel zwischen Tag und Nacht bringt Leben ins Spiel.

Note: 1,2

Story

Eine 100% Story, welche uns an die Hand nimmt gibt es nicht. Ebenso gibt es keine Szenarien, in denen wir Ziele erfüllen müssen. Vielmehr bietet uns Hearts of Iron IV die Welt im Jahr 1933 in der wir die Geschicke einiger großer oder kleinen Fraktionen übernehmen. Dabei können wir uns an geschichtliche Ereignisse halten oder alles anders machen. Hierbei lässt man uns eine Menge Spielraum. 

Note: 1

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Systemanforderungen

Als Mindestanforderungen sind angegeben:

Betriebssystem: Windows 7 64-Bit / Mac OS X 10.10 / Ubuntu 14.04 LTS y32-Bit

Prozessor: Intel Core 2 Quad Q9400 mit 2,66GHz | AMD Athlon II X4 650 mit 3,2GHz (Mac Version benötigt Intel Core i5 mit 2.60 GHz)

RAM: 4GB

Grafik: Nvidia GeForce GTX 470 1GB | ATI Radeon HD5850

Freier Speicher: mind. 2 GB

Aufgrund der sehr niedrigen Mindestanforderungen sollte Hearts of Iron IV auf nahezu jedem Rechner stabil laufen.

Note: 1

Erweiterbarkeit

Zum Review-Zeitpunkt standen mehrere DLC zur Erweiterung des Hauptspiels bereit. Zwingend erforderlich ist keine der Erweiterungen, obwohl die Spionage aus dem La Resistance-DLC auch im Grundspiel eine gute Figur abgeben würde.

DLC Name  Inhalt
La Resistance
  • enthält neue Ereignisse für das freie Frankreich, Spanien und Portugal
  • Wiederstandsunterstüttzung
  • Nachrichten entschlüsseln um Truppenbewegungen zu identifizieren
  • Spionage
Man the Guns
  • neue Alternativpfade für demokratische Nationen
  • nutze das Know-How von ins Exil geflüchteten Regierungen
  • Neue Seeeinheiten
  • Einführung von Seeminen
Waking the Tiger 
  • beinhaltet die chinesische Geschichte
  • alternative Entwicklungen für Deutschland und Japan
Death or Dishonor
  • enthält neue spielbare Fraktionen wie Ungarn, Jugoslawien und Rumänien
  • militärische Entwicklungen und Material können verkauft werden
  • 3 neue Musikstücke
  • faschistische Nationen erhalten neue Optionen
Together for Victory 
  • neue Ereignisse für Kanada, Australien, Neu Seeland, Indien und Süd Afrika
  • neues Autonomiesystem
  • Commonwealth-Nationen können Technologien untereinander tauschen

 

Zusätzlich stehen noch weitere Radiosender oder Inhaltspakete zur Verfügung. Beim Erwerb des  Grundspiels erhält man außerdem den "Poland: United and Ready"-DLC in dem die Kontrolle über Polen übernommen werden kann.

Note: 1

2

Support / Zugänglichkeit

Als Support steht der Paradox Interactive Support zur Verfügung, welcher i. d. R. meist innerhalb weniger Stunden antwortet. Dieser musste nicht während der Review kontaktiert werden.

Note: 1

Fazit

Insgesamt macht Hearts of Iron 4 nicht viel falsch. Der Spielspaß wird oft durch langweilig und unübersichtlich gestaltete Menüs getrübt. Wer darüber hinwegsehen kann, wird seinen Spaß mit dem führen von ganzen Armeen haben. Es ist der an vielen Stellen sehr gut gelungene Realismus, der das Spiel ausmacht. So wirken sowohl die Versorgung als auch die Umgebung auf die Truppen und können den Ausgang von Schlachten bestimmen. Wer Echtzeitschlachten erwartet, in denen er jeden einzelnen Soldaten befehlen kann, wird enttäuscht sein. Möchte man lieber das große Ganze überblicken und Armeen befehligen, dann kommt man auf seine Kosten. Die DLC sind ganz nett, müssen jedoch nicht erworben werden um Spaß zu haben. Einzig das La Resistance DLC wäre empfehlenswert. An Grafik, Sound und Story gibt es wenig auszusetzen. Hier hat man bei Paradox fast alles richtig gemacht. An dieser Stelle lässt sich eine Kaufempfehlung für Strategen und Mikromanagementliebhaber mit Hang zum 2. Weltkrieg aussprechen.

Endnote: 1 (1,18)

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