Netzwerke

Kabeltypen/Übertragungsmedien

Heute kommen überwiegend kabelgebundene Übertragungsmedien in Netzwerken zum Einsatz. Mit Übertragungsmedien sind Verbindungen gemeint, die Netzwerkkomponenten physikalisch miteinander verbinden und als Medium für die Signale dienen. Unter den Übertragungsmedien wird grundlegend in 4 Gruppen unterschieden: Funk, Koaxial-, Twisted-Pair und Glasfaserkabel.

Kennzeichnung

Es werden für heutige Übertragungsmedien im Kabelbereich standardisierte Kennzeichnungen verwendet. So findet man in den Produktdetails, oder auf dem Medium selbst, eine Kennzeichnung. So kann eine Beschriftung wie folgt aussehen:

Übertragungsrate | Übertragungsart - Medium

als Beispiel dazu ein herkömmliches verdrilltes Kupferkabel (Twisted Pair) mit 10 Mbit/s:

10Base-T

So gibt uns obige Kennzeichnung Aufschluss darüber, dass es sich um ein Twisted Pair Kabel handelt, welches eine maximale Übertragungsrate von 10 Mbit/s innerhalb des Basisspektrums aufweist.


Kabelgebundene- vs. Funkmedien

Beide Arten der Übertragung haben Vor- und Nachteile. Deshalb hier eine kleine Auflistung der wichtigsten Punkte:

Art Vorteile Nachteile
kabelgebunden (Koaxial-, Twisted-Pair- und Glasfaserkabel)
  • bei Twisted-Pair und Koaxialkabel günstige Verkabelung
  • Hardware weit verbreitet und kompatibel
  • Netzwerkinfrastruktur leicht zu beschaffen
  • leichte Verkabelungsarbeiten 
  • hohe Übertragungsraten möglich (Glasfaser)
  • elektrisches Potenzial führend
  • Trassenverlegung nötig
  • Koaxial- und Twisted-Pair-Kabel können durch elektromagnetische Felder gestört werden
  • Biegeradien sind zu beachten (besonders bei Glasfaser)
Funk
  • keine Installationsarbeiten für die Verkabelung nötig, nur die Access Points, Antennen usw. müssen installiert werden
  • Hosts können frei im Raum platziert werden und müssen nur nach der Signalstärke ausgerichtet werden
  • Einsparung an Kabel an den Hosts
  • Funksignale können leicht abgehört werden
  • Störungen durch Wände und andere Elektrogeräte
  • teils hoher Anschaffungspreis für Geräte mit hohen Übertragungsraten und Funktionen
  • ständige Aktualisierung der Kryptografie auf neusten Standard, um Datensicherheit zu gewährleisten
  • Teilen der Frequenzspanne mit anderen Personen oder Institutionen / begrenzte Frequenzspanne
  • bei Lösungen, die nicht als WLAN arbeiten, sondern über Funkverbindungen, wie z.B. eine Satelliten Anbindung, sehr hohe Kosten
  • benötigt im Kern zumindest an der Basis kabelgebundene Medien (z.B. Anbindung Internet)

Koaxialkabel (Kupfer)

Das Koaxialkabel bildete in der Vergangenheit, das am meisten genutzte Übertragungsmedium. Gründe hierfür waren die günstige Beschaffung, sein geringes Gewicht, leichte Biegsamkeit und die Fähigkeit es leicht zu verarbeiten.

Ein Koaxialkabel besteht aus einem massiven Innenleiter, welches aus Kupfer umgeben ist und von einer Isolierung geschützt wird. Die Signalübertragung erfolgt über den Innenleiter. Um die Isolierung wird ein Flechtschirm geflochten. Der Flechtschirm dient als Erdung und wird von der Isolierung vom Innenleiter physisch getrennt. Als Schutz vor äußeren Einflüssen dient ein Außenmantel aus Gummi, Kunststoff oder Teflon um dem Flechtschirm herum.Koaxialkabel

Es wird zwischen zwei Arten von Koaxialkabeln unterschieden: Thicknet und Thinnet.

Bei einem Thicknet (IEEE 802.3 Clause 8) oder auch Yellow Cable, handelt es sich um ein relativ starres und unflexibles Koaxialkabel mit einem Durchmesser von mehr als 1cm. Thicknet kam beim 10Base5 Ethernet zum Einsatz und kann Signale bis zu einer Entfernung von 500m übertragen. Seinen Namen bekam Thicknet durch den meist gelben Außenmantel der Kabel und deshalb wurde es meist Yellow Cable genannt. Die Kabel werden als RG-8 bezeichnet. Als Verbindung zu den Hosts dient eine sogenannte MAU-AUI. MAU steht für Medium Access Unit und ist mit einem Vampire Tab ausgestattet. Der Vampire Tab ist ein Stachel, welches in das Kabel gedrückt wird und die Verbindung zwischen Kabel und Host herstellt. Das Attachment Unit Interface (AUI) kann über ein bis zu 15 m langes Kabel an dem Ethernet Controller angeschlossen werden. Die Verbindung selbst wird über einen Sub-D-15-Stecker hergestellt der an die AUI und dem Ethernet Controller angeschlossen.

Thinnet (IEEE 802.3 Clause 10) ist ein biegsames Koaxialkabel mit einem Durchmesser von ca. 0,5cm. Durch die Eigenschaft es leichter zu verlegen, wurde Thicknet schnell durch Thinnet abgelöst. Ein weiterer Vorteil sind die geringeren Anschaffungskosten des Koaxialkabels. Thinnet hat aber den Nachteil, Signale nur bis zu einer Entfernung von bis zu 185m zu übertragen, bevor es zu Verlusten kommt. Thinnet wird für 10Base2 Ethernet genutzt. Die Verbindung wird über sogenannte BNC-Stecker hergestellt. BNC steht für Bajonett Navy Connector. Um eine Verbindung mit einem Computer herzustellen, wird zwischen zwei Koaxialkabeln ein T-Stück zwischengeschaltet. An dieses wird dann der Computer wie an einem Abzweig angeschlossen.

Neben dem BNC Stecker kann auch ein N-Connector verwendet werden. Der N-Connector wird auf eine Buchse geschraubt und stellt so die Verbindung her.

Der Innenleiter kann aus massiven Kupfer, oder aber auch als Litzenleiter ausgeführt sein. Ein Litzenleiter besteht aus vielen kleinen Adern (Litzen) die zu einer großen Ader bzw. Leiter gebunden werden.

 

   

Twisted-Pair-Kabel (Kupfer)

 

Twisted-Pair-Kabel UTP und STP
Twisted-Pair-Kabel S/UTP und S/STP

Twisted-Pair Kabel bilden heute die am meisten verwendetsten Kabel im Netzwerkbereich. Durch die hohe Flexibilität, Störunanfälligkeit und der vielen Varianten ist ein Twisted-Pair Kabel sehr gut für die Nutzung im Netzwerkbereich geeignet.

Bei Twisted-Pair Kabeln werden Aderpaare verdrillt, d.h. das eine Ader mit einer anderen Ader über die gesamte Länge des Kabels verwunden wird. Dies nennt man Verdrillen. Im Netzwerk Bereich werden 2 oder 4 paarige Kabel eingesetzt. Bei Cat6 und höheren Kabeln werden immer 4 Paare genutzt. Ein großer Vorteil ist die Voll-Duplex Datenübertragung, welche ermöglicht Daten gleichzeitig zu senden und zu empfangen. Ebenso ist die Halb-Duplex Übertragung möglich, bei der abwechselnd gesendet und empfangen wird.

Der Nachteil von Twisted-Pair Kabeln ist die maximale Übertragungslänge ohne Verluste von 100 Metern.

Bei Twisted Pair Kabeln können verschiedene Typen eingesetzt werden wie z.B.:

UTP (Unshielded Twisted-Pair)

Bei UTP Kabeln sind die Paare verdrillt, besitzen aber keinen zusätzlichen Schirm.

STP (Shielded Twisted-Pair)

Bei STP  werden die verdrillten Aderpaare mit einem Folienschirm (Abschirmung) umgeben. Es gibt aber keinen Schirm, der alle Paare umgibt!

S/UTP (Screened-Unshielded Twisted-Pair)

S/UTP Kabel sind im Grunde UTP Kabel, welche aber einen Gesamtschirm besitzen. Meist besteht dieser Schirm aus einem dünnen Geflecht. Bei manchen Herstellern wird zusätzlich eine Metallfolie verwendet.

S/STP (Screened-Shielded Twisted Pair)

Bei S/STP werden die Aderpaare mit einem Folienschirm versehen. Jedoch wird um alle Aderpaare als Gesamtschirm noch ein Geflecht aus Metall gezogen. Hier spricht man auch von PiMf (Paare in Metallfolie).

Bei allen Arten von Twisted-Pair-Kabeln werden im Netzwerkbereich RJ-45 Stecker verwendet. RJ-45 Stecker werden oft auch als Western-Stecker bezeichnet und bilden den heutigen Standard bei der Verbindung von Hosts und Übertragungsmedien. Bei zunehmenden Übertragungsraten ergibt sich bei RJ-45 Steckern das Problem, dass es an den Steckern zwischen den Adern zum "Übersprechen" kommt, da die Verdrillung im Stecker aufgehoben werden muss. Um dies zu vermeiden wird die Verdrillung nur so wenig wie nötig aufgehoben und innerhalb des Steckers von den anderen Adern getrennt.

Bei Twisted-Pair Kabel trifft man auf die Kategorie Kennzeichnung in Form der Bezeichnung Cat. und einer Kategorienummer. Diese Einteilung von Kabeln erfolgt auf Grundlage ihrer Eigenschaften. Folgend, die verwendeten Kategorien und ihre Verwendung:

Kategorie Verwendung/Eigenschaften
Cat. 1

Verwendung als Telefonkabel, maximale Betriebsfrequenz 100 KHz, ohne Abschirmung und dadurch sehr empfindlich gegen Übersprechen oder Störungen

Cat. 2 Verwendung als Telefonkabel und bei ISDN, maximale Betriebsfrequenz von 1 MHz, Aufbau wie bei Cat. 1
Cat. 3 Verwendung bei 10Base-T und ISDN, maximale Betriebsfrequenz von 16 MHz, Verdrillung der Adern jedoch keinen Schirm
Cat. 4 nicht in Europa verwendet, nur in USA
Cat. 5 Verwendung bei 10Base-T bis 1000Base-T, maximale Betriebsfrequenz von 100MHz, S/UTP, F/UTP oder SF/UTP Kabel benötigt
Cat. 6 Verwendung bei 10Base-T bis 10GBase-T, maximale Betriebsfrequenz von 250 MHz, S/UTP, F/UTP oder SF/UTP mit höherer Verarbeitungsqualität
Cat. 6e Verwendung bei 10Base-T bis 10GBase-T, maximale Betriebsfrequenz von 500 MHz, gleiche Kabel und Verarbeitung wie bei Cat. 6
Cat. 7 Verwendung bei 10Base-T bis 10GBase-T, maximale Betriebsfrequenz von 600MHz, S/FTP, F/FTP und SF/FTP sowie sehr hoher Verarbeitungsqualität
   

Glasfaserkabel (Licht)

Ein Glasfaserkabel ist ein Übertragungsmedium, welches keinen elektrischen Störeinflüssen unterliegt. Man spricht hier auch von Lichtwellenleitern bzw. LWL. Bei Lichtwellenleitern werden die Signale in Form von Lichtimpulsen übertragen. LWL-Kabel besitzen sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten und können hohe Entfernungen überwinden. Durch diese Eigenschaften findet man Lichtwellenleiter meist in Backbonebereichen.

Die größten Vorteile von Glasfaserkabeln sind:

  • hohe Bandbreiten möglich
  • kein elektrisches Potenzial und keine Störung durch elektromagnetische Beeinflussungen
  • relative Abhörsicherheit

Dagegen sprechen aber auch einige Nachteile:

  • hohe Anschaffungskosten für Medium und Netzwerkkomponenten
  • Einhalten der Biegeradien und Beachten der Zerbrechlichkeit bei Arbeiten
  • Änderungen in der Verkabelung meist sehr intensiv (spleißen, meist feste Verkabelung usw.)
  • meist 2 Fasern benötigt (Vollduplex/Full-Duplex)

Ein Glasfaserkabel besitzt im Inneren eine dünne Glasfaser, über die die Signale übertragen werden. Um die Glasfaser herum befindet sich ein Glasmantel. Die Fasern können zu Lasten der Übertagungsreichweite auch aus Kunststoff sein. Um die Faser vor äußeren Einflüssen zu schützen, wird das Kabel mit einer Ummantelung aus Gummi versehen.

Glasfaserkabel/Lichtwellenleiter

Eine Übertragung findet bei einer Faser immer nur in einer Richtung statt. Es werden für eine Übertragung in beide Richtungen (Vollduplex/Full-Duplex) folglich 2 Fasern benötigt.

Bei Glasfaserkabeln sind Beschädigungen der Faser fatal, da bereits kleine Schäden zu falschen Übertragungen führen können. Um 2 LWL miteinander zu verbinden muss man sie "spleißen". Beim Spleißen werden die Enden so stark erhitzt, dass sie fast schmelzen. Zusätzlich werden sie zusammengepresst und ergeben nun einen nahtlosen Übergang. Das Spleißen wird mit einem speziellen Gerät, dem Spleißgerät, unter dem Mikroskop erledigt.

Auf Grund der stetigen Entwicklung und neuen Anforderungen haben sich verschiedene Arten von Glasfaserkabeln entwickelt. So werden heute Monomode- und Multimode-Glasfaserkabel verwendet.

Monomode-Glasfaserkabel

Monomode-GlasfaserkabelUnter Monomode-Glasfaserkabeln versteht man LWL bzw. Glasfaserkabel, welche eine einzige Lichtwelle (Mode) führen. Monomode-Glasfaserkabel zeichnen sich durch eine geringe Dämpfung und eine sogenannte hohe Signaltreue aus. Unter einer Signaltreue versteht man, das Nicht Verändern des Signals, durch bestimmte Einflüsse auf das Signal. Spricht man von einer hohen Signaltreue so wird das eingehende Signal kaum bzw. überhaupt nicht bei der Übertragung verändert. Die Vorteile des Monomode-Glasfaserkabels sind darauf zurückzuführen, dass es nur eine Mode führt. Unter einer Mode versteht man eine einzelne Signalwelle (daher der Name Monomode!). Daraus resultieren in der Praxis hohe Bandbreiten.

Der Kern eines Monomode-Glasfaserkabels hat einen Kerndurchmesser von 9 µm und einen gesamten Manteldurchmesser von 125 µm. Das Signal wird senkrecht auf die Schnittfläche, also parallel zum Mantel gesendet.

Monomode-Glasfaserkabel sind meist im Backend oder WAN Bereich zu finden, um große Entfernungen zu überbrücken. Die größten Nachteile sind jedoch der Kostenfaktor und die Eigenschaft der Übertragung mit einer Mode. Die Hardware ist teuer und ein Nutzen ergibt sich erst bei großen Entfernungen.

Die gebräuchlichsten Wellenlängen sind 1550 nm und 1310 nm.

 

   
Multimode-Glasfaserkabel

Multimode-Glasfaserkabel besitzen die Eigenschaft mehrere (Multi) Moden innerhalb eines Kerns zu übertragen. Besonderheit zum Monomode-Glasfaserkabel ist der Winkel, mit dem das Licht auf die Schnittfläche gestrahlt wird. Hier wird nicht senkrecht, sondern in einem bestimmten Winkel auf die Schnittfläche gestrahlt. So wird das Licht innerhalb des Kabels an den Außenseiten reflektiert. Bei der Reflexion wird zwischen zwei Arten unterschieden: Multimode-Glasfaserkabel mit Stufenindex und Multimode-Glasfaserkabel mit Gradientindex.

Multimode-Glasfaserkabel sind im LAN bzw. auch im MAN Bereich zu finden. So werden Distanzen von bis zu 2 km überwunden. Für Multimode-Glasfaserkabel werden in der Regel 1310 nm und 850 nm als Wellenlänge genutzt.

Der Kern eines Multimode-Glasfaserkabels hat einen Durchmesser von 50 µm und einen Manteldurchmesser von 125 µm.

Multimode-Glasfaserkabel mit Stufenindex

Multimode-Glasfaserkabel mit StufenindexDer Name Stufenindex leitet sich von der stufenartigen Reflexion des Lichtsignals ab (siehe Abbildung). Die Eigenschaften dieses Kabels sind:

  • eine geringe Bandbreite
  • mittlere Dämpfung
  • je höher die zu Überbrückende Entfernung ist, umso schlechter wird das Ausgangssignal

Auf Grund des Stufenindex haben die einzelnen Signale (Moden) verschiedene Laufzeiten. Dies ist abhängig von der "Laufbahn" des Signals. Hier spricht man auch von Modendispersion. Durch diese Eigenschaft wird ein Multimode-Glasfaserkabel mit Stufenindex heute nicht mehr genutzt.

   
Multimode-Glasfaserkabel mit Gradientindex

Multimode-Glasfaserkabel mit GradientindexBei Multimode-Glasfaserkabeln mit Gradientenindex durchlaufen die Signale nicht in Stufen das Kabel, sondern in bestimmten Brechungskurven. Der Name leitet sich aus der Gradientenoptik ab bei der Brechungswinkel, mit einem Gradienten, des Lichts innerhalb von Material angegeben wird. Die Lichtsignale werden also bogenförmig abgeleitet.

Im Gegensatz zu Multimode-Glasfaserkabeln mit Stufenindex besitzen Glasfaserkabel mit Gradientenindex folgende Eigenschaften:

  • mögliche Bandbreiten > 1GHz
  • ohne gespleißten Stellen im Kabel, geringe Dämpfung
  • keine/sehr geringe Modendispersion

Aufgrund der "gleichen" bogenförmigen Reflexion der Lichtsignale, erreichen (fast) alle zur gleichen Zeit das Ende bzw. die Gegenstelle und bilden so ein klares Ausgangssignal. Diese Eigenschaft bewirkt, dass heute nur noch diese Kabel verbaut und genutzt werden.

   

 An dieser Stelle eine Warnung beim Umgang mit LWL-Technik!

Aufgrund der starken Laser kann es bei direktem Hineinblicken zu starken Schäden an den Augen kommen! Auch Kontakt mit der Haut kann zu Verletzungen führen! Bei allen Arbeiten an dieser Technik sollten die Hinweise in Bedienungsanleitungen und am Gerät vor Beginn gelesen werden, um Verletzungen zu vermeiden. Es kann aber auch zu Schäden an der Technik kommen, indem sich Schmutz auf den Schnittflächen und Steckern festsetzt. An LWL-Anlagen sollten nur unterwiesene Fachkräfte arbeiten, oder nur unter Aufsicht von fachkundigen Personen, um Schäden zu vermeiden. Es können folgende Punkte beachtet werden, um sicher an LWL-Anlagen zu arbeiten:

  • nicht in offene Stecker/Buchsen blicken!
  • offene Buchsen und Stecker abdecken (Verschlussklappen)
  • Neuinstallationen in gesonderten zugriffsbeschränkten Räumen!
  • Bei Arbeiten auch Gegenstelle des Kabels ausschalten, oder trennen!
   

Funk

Neben den kabelgebundenen Übertragungsmedien umgibt uns sehr oft ein anderes Medium. Die Funkwellen oder kurz nur Funk. Die Funkwellenübertragung ist eines der wichtigsten Übertragungsmedien unserer Zeit, da wir sie für Sprach-Text-Ton-und Datenübertragung nutzen. Hier wird unterschieden zwischen den Mobilfunknetzen und dem WLAN.

WLAN

WLAN steht für Wireless Local Area Network und ist eine Art der Übertragung, um ein Netzwerk für mobile Endgeräte, wie z.B. Smartphones oder Laptops bereitzustellen. Bei einem WLAN dient die Funkwelle als Medium zwischen den Endgeräten und den Access Points/Basisstationen. Access Points und Basisstationen sind aber dennoch über herkömmliche Medien verbunden.

In der WLAN Technik sind zwei Funkbereiche ausgewiesen, die genutzt werden dürfen. So arbeiten ältere Geräte meist im 2400 bis 2450 MHz Bereich, bei einer effektiven Leistung von 100mW am Sender. Moderne Anlagen bieten auch die Möglichkeit, auf einen Frequenzbereich zwischen 5150 und 5250 MHZ mit einer effektiven Sendeleistung von 200mW auszuweichen. Sie effektive Sendeleistung ist der optimale Wert, welcher in der Regel durch verschiedenen Einflüsse variiert. Aufgrund der geringen Bandbreite und der Tatsache, dass in gleichen Ballungsräumen die gleichen Frequenzen mehrfach genutzt werden, gibt man den einzelnen Netzwerken verschiedene Kanalnummern.

Die Übertragungsrate ist bei WLAN geringer, als bei herkömmlichen Medien. Sie liegt zwischen 54 Mbit/s und600 Mbit/s und ist stark von der Umgebung und den Endgeräten abhängig. Das gleiche gilt für die Entfernung. Sie ist stark abhängig von der Umgebung und der daraus resultierenden Dämpfung des Signals. An manchen Stellen können sogar Signalreflexionen an Wänden verhindern, dass  Signale übertragen werden können.

Im Laufe der Zeit und Entwicklung brachte das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) diverse Standards heraus, welche heute verwendet werden. Alle Standards laufen unter der Nummer 802.11 und eines Buchstaben, welcher den jeweiligen Stand kennzeichnet. Eine Tabelle mit den heutigen Standards:

Ein veralteter Standard, der nicht mehr genutzt wird und deshalb nicht in der Tabelle auftaucht ist der 802.11 Standard ohne Zusätze. Er arbeitet im 2,4 GHz Band und es sind im Optimalfall 2 Mbit/s möglich.

Übersicht der WLAN Standards

802.11a

Einstieg der Standards ist der 802.11a Standard. Er arbeitet im 5 GHz Bereich und bietet eine Brutto Übertragungsrate von 54 Mbit/s. Die Reichweite liegt zwischen 35 und 120 Metern. Aufgrund der möglichen Störung von Radar-oder Satellitenanwendungen darf der 802.11a Standard nur in Verbindung mit dem 802.11h Standard genutzt werden. Mehr dazu, beim Standard 802.11h.

802.11b

Beim 802.11b Standard wird im 2,4 GHz Band gesendet und empfangen. Aufgrund der Tatsache, dass brutto nur 11 MBit/s Übertragungsrate verfügbar sind, wird der 802.11b Standard immer weniger genutzt. Heutige Geräte sind meist abwärtskompatibel und bieten die Möglichkeit, ältere Endgeräte noch zu verwenden. Die Reichweite liegt zwischen 38 und 140 Metern. Je nachdem, wie die Umgebungsbedingungen sind.

802.11g

An dieser Stelle springen wir im Alphabet, denn nun folgt der 802.11g Standard. Der 802.11g Standard bildet eine heute sehr verbreitete Art des WLAN's. Er funkt im 2,4 GHz Band, mit jedoch einer Brutto Übertragungsrate von bis zu 54 Mbit/s. Ein Vorteil gegenüber dem 802.11a Standard, ist die mögliche Reichweite zwischen 38 und 140 Metern.

802.11h

Der 802.11h Standard dient als Erweiterung des 802.11a Standards und ist als solcher kein direkter Standard, wie die anderen. Grundlage für diese Erweiterung ist die Störung von Radar-, Satelliten- und Ortungsanlagen, durch den Betrieb von Sendestationen mit 802.11a Standard im 5 GHz Band. Hierbei spielte die Sendeleistung eine entscheidende Rolle, denn bei hoher Verstärkung wurden größere Distanzen und so auch andere Anlagen gestört. Die Lösung für dieses Problem wird bei 802.11h Geräten durch TPC und DFS gelöst.

TPC steht für Transmitter Power Control und ist eine Funktion, bzw. eine Logik, die die Sendeleistung der "Basisstation" verändert. Die einzelnen Endgeräte bzw. Teilnehmer senden Nachrichten, über die Stärke des empfangenen Signals an die Basisstation, mit der sie verbunden sind. Anhand dieser Nachrichten und weiteren Parameter, wie z.B. Bitfehler, verändert die Basisstation ihre Sendeleistung. So kann die Sendeleistung bei gutem Empfang verringert oder bei schlechtem erhöht werden. Die Basisstation muss sich aber dennoch an geltende Regularien für z.B. die maximale Sendeleistung halten. Um zu verhindern, dass ständig die Signalpegel verändert werden, zieht die Basisstation einen Mittelwert anhand der empfangenen Nachrichten und orientiert sich anhand dieser Werte.

DFS steht für Dynamic Frequency Selection und dient dem Kanalwechsel innerhalb des 5GHz Bandes, sofern ein anderes System auf diesem Kanal bereits sendet. Grund hierfür sind die Wetterradarsysteme, die aufgrund des WLAN's beeinflusst werden könnten.

802.11n

Das WLAN nach dem 802.11n Standard bietet eine Übertragungsrate von bis zu 600 Mbit/s und arbeitet im 2,4 GHz und 5 GHz Band. Zusätzlich zu diesen beiden besonderen Eigenschaften ist sogar eine Reichweite zwischen 70 und 250 Metern möglich. Aufgrund dieser Eigenschaften erfreut sich der 802.11n Standard einer immer größeren Aufmerksamkeit. Moderne Endgeräte und Basisstationen/Access Points beherrschen diesen Standard heute in der Regel.

802.11p

Dieser WLAN Standard ist anders als die anderen. Denn er ist für die Vernetzung von Fahrzeugen gedacht. Hier spricht man auch von Car2Car-Communication. Ziel der Entwicklung ist es, eine einheitliche Plattform zu bieten, mit der intelligente Verkehrsführung möglich ist. Als Übertragungsrate stehen im Idealfall 27 MBit/s zur Verfügung. 802.11p wird im 5,8 GHz Bereich betrieben. Einzigster Nachteil, ist die geringe Reichweite von wenigen Metern, die jedoch in der Praxis vollkommen ausreicht.

802.11ac

Der 802.11ac Standard nutzt weiterentwickelte Eigenschaften und Funktionen des 802.11n Standards. So ist hier eine höhere Übertragungsrate von bis zu 1,3 Gbit/s möglich. Der 802.11ac Standard arbeitet im 5 GHz Bereich und biete z.B. größere Kanalbandbreiten an.

802.11ad

Mit dem 802.11ad Standard ist es möglich, mehrere Gigabit pro Sekunde zu übertragen. So ist eine maximale Übertragungsrate von bis zu 6 Gbit/s möglich. 802.11ad wird im 60 GHz Bereich (57 bis 66 GHz) genutzt und es sind nur 4 Kanäle nutzbar. Die verfügbaren Kanäle sind von der Region abhängig. Der Nachteil des Standards ist die geringe Reichweite von wenigen Metern. So kann über diesen Standard z.B. nur innerhalb eines Raumes übertragen werden.

802.11ah

Das 802.11ah WLAN ist momentan noch in der Entwicklung und dient der Kommunikation in Smart-Homes und der M2M Communication (Machine-to-Machine Communication). Um die Reichweite für diese Zwecke zu verbessern, arbeitet 802.11 im 900 MHz Bereich. So ist eine Reichweite von bis zu fast 1 Kilometer möglich!

Mobilfunknetze

Mobilfunknetze sind heute fast flächendeckend vorhanden und werden von vielen Endgeräten genutzt. So hat das Smartphone seinen Platz in der Gesellschaft gefunden, um überall erreichbar zu sein. Das Smartphone ist das klassische Beispiel eines Mobilfunknetzes. So können wir jederzeit ins Internet und zusätzlich telefonieren. Die Datenübertragung ist aber abhängig, vom jeweiligen Datenübertragungsstandard, der verfügbar ist. So ist in Ballungsgebieten oft der Standard LTE und auf dem Land EDGE zu finden.

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